Donnerstag, 31. Januar 2013

Die Bundesnörgelstelle

[Bundesnörgelstelle, die]  Ist das jetzt ein guter Blogname? Soll es hier etwa nur um’s Nörgeln gehen, also um negative Kritik? Ganz klar: Nein.
Der Name ist ein sentimentaler, liebevoller Blick nach hinten. Er ist eine Kindheitserinnerung an meine Eltern, und insbesondere an meinen scharfsinnigen, eloquenten Vater im Gespräch mit meiner Mutter. Manchmal, wahrscheinlich wenn er eine in seinen Augen sinnlose Unterhaltung beenden wollte - vielleicht auch, wenn ihm ein Thema insgeheim auf die Nerven ging -, hieß es gern mal “schreib doch an die Bundesnörgelstelle”. In meiner Erinnerung endeten diese Momente immer mit einem herzlichen Gelächter beider Elternteile. 
Aus heutiger Sicht stört mich natürlich seine Art, meine Mutter nicht ganz ernst zu nehmen und ihre Anliegen hier und da ins Lächerliche zu ziehen. Mein Dad lebt leider nicht mehr, so dass ich diese Diskussion mit ihm nicht mehr führen kann. - Nun, meine Mutter sieht ihre Ehe so, wie es für sie persönlich stimmt. Mit Kritik und Liebe gleichermaßen. Ich glaube, die beiden waren glücklich miteinander, und das ist letztlich, was wirklich zählt.

Für mich ist die Bundesnörgelstelle das Symbol für “ich schütte mein Herz/meinen Kopf aus”, ohne dass eine bestimmte Person zuhören soll oder muss. Na, und vielleicht ein bisschen späte Ehrenrettung für meine Mama, denn jetzt kann sie endlich wirklich und in echt... an die Bundesnörgelstelle schreiben!